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Widerstand und Todesangst

Leben ist ein Strom mit einer fließenden Qualität, die nie anhält. Widerstand ist nicht an dieser fließenden Qualität interessiert. Widerstand ist ein Versuch, diesen Strom anzuhalten, um Kontrolle zu gewinnen und irgend etwas zu verlängern, was war oder hinaus zu-zögern, was kommen wird. Zusammengefasst - die Nicht-Annahme dessen, was ist.

Widerstand ist der Versuch der Verlangsamung eines Stromes des Lebens, der nicht aufzuhalten ist.

Warum sollte jemand Interesse daran haben, den Strom zu verlangsamen? Um Kontrolle zu gewinnen – Macht auszuüben!

Machtausübung ist immer ein Versuch, in irgend einer Form die Kraft des Todes auf Distanz zu halten. Es ist ein Überlebensreflex eines Ichs, dass nicht weiss, wer es wirklich ist.

Wenn du dich in jedem Augenblick nur auf den Augenblick beziehst, dann erkennst du direkt, dass es eine Manipulation des Stromes nicht geben kann. Es nützt nichts Vergangenheit zu verlängern oder Zukunft hinauszuzögern. Der Augenblick kann weder verlängert noch verkürzt werden. Im Kern ist nur diese EINE Augenblick und besteht aus nichts anderem.

Widerstand hängt an Vergangenem, an Totem. Widerstand ist selbst tot. Widerstand ist ein totes inneres Geschehen und schafft Totes im Geist der Menschen. Man glaubt, der Kraft des Todes ein Schnippchen schlagen zu können, indem man sich tot stellt. Sich tot machen, bevor ich mich dem Tod hingeben muss.

Ein Widerstand ist kein lebendiges Geschehen – es ist ein totes Geschehen!

Das Lebendige ist der nicht aufzuhaltende Strom des Lebens! Das imaginäre Ich hat große Schwierigkeiten darin, sich dem hinzugeben, solange es glaubt zu existieren. (!!!)

Widerstand ist eine Verschwendung der Lebenskraft. Viele Menschen verwenden einen erheblichen Teil ihrer Lebenskraft genau dafür, aus Unwissenheit.

Wenn du bereit bist, dich diesen Fluss wirklich hinzugeben, ihn weder aufzuhalten, zu verzögern, zu beschleunigen oder seine Richtung zu verändern, dann erfährst du diesen Strom als Eins mit dir in dir selbst und durch dich selbst. Damit verlierst du jedes Interesse daran, den Flusslauf zu verändern, die Strömungsgeschwindigkeit oder dich in seichte Gewässer zu retten, wenn du in Stromschnellen bist.

Der Widerstand ist nicht am Sein interessiert, sondern er ist interessiert an alten gespeicherten Illusionen, die er aufrecht erhalten, bewahren oder weghaben möchte. Er will verhindern, dass er mit diesen Strom einfach mitgerissen wird. Radikal gesehen ist dieses imaginäre Ich ein einziger Widerstand.

Widerstand gegen den Tod - das ist sein einziges Bestreben. Die Welten des Ich’s suchen nach einer Beständigkeit, nach Halt, sei es der Beruf, Familie, eine Partnerschaft, Pläne in der Zukunft und vieles mehr. Es will nicht den Boden unter den Füssen verlieren, nicht mehr wissen, wo es lang geht, nicht mehr wissen, wer es selbst ist.

Die Suche nach Halt ist die Grundausrichtung des erdachten Ich’s. Darin zeigt sich die Unkenntnis und der Widerstand gegen das, was ist.

Aus der Sicht eines Kindes ist es ein ganz natürlicher Entwicklungs-schritt nach Halt in der Umwelt zu suchen. Immer wieder die gleichen Menschen zu treffen, die ihm wohlgesonnen sind und immer wieder liebevoll behandelt zu werden.

Aus Sicht des Erwachsenen stellt sich die Suche nach Halt anders dar. Wir glauben z.B., dass uns unser physischer Körper Halt geben kann und weitere Formen, wie oben bereits angeführt.

Die meisten Menschen suchen ihren Halt im Fassbaren, im Körper-lichen, in der Körperwelt - im Haus, dass sie gebaut haben, in den Beziehungen zu den gleichen Menschen und dessen Anerkennung.

Wir müssen erkennen, dass es diesen Halt in keiner Form gibt. Die Orte, wo wir nach Halt suchen, bieten letztlich keinen Halt. Es ist sinnlos zu versuchen, die Liebe seines Lebens zu finden, die dann in der Vorstellung ewig halten soll.

Es stellt sich die Frage, ob du bereit bist, die Suche nach Halt aufzugeben und wirklich die Erfahrung zu machen, was dann geschieht. Was geschieht, wenn wir die Suche nach Halt endgültig verlassen? Der Widerstand ist nichts anderes als die Suche nach Halt! Trauen wir diesen Lebens-Strom nicht? Trauen wir dem eigenen Festhalten mehr? Es ist doch offensichtlich, dass festhalten nicht ins Paradies führt – ganz im Gegenteil! Stirb, bevor du stirbst! Vertraue auf den Strom! Du wirst mitgerissen, niemand wird dich festhalten! Wohin? Du weißt es nicht! Der Strom ist das Leben – du bist dieser Lebensstrom in jeden Moment – und nur im Moment. Nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft – nur in diesem Moment. Lebe den gegenwärtigen Moment! Es existiert sonst nichts.

(Text inspiriert von Om C. Parkin Video: https://www.youtube.com/watch?v=s_SiGRNoZnc&t=900s)

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